ein Artikel von Roland Roth
In der Nähe des Mondkraters West landete das Landemodul "Eagle". Die nach dem Rückflug auf dem Mond zurückgelassene Landestufe am Landepunkt "Tranquility Base" ist auf den Aufnahmen deutlich zu erkennen. Die Aufnahmen zeigen neben dem Landemodul und dessen Landebeinen auch die Fußwege der Astronauten und laut NASA auch Komponenten der Forschungseinheit "Early Apollo Science Experiments Package" (EASEP).
Seit etlichen Jahren wird darüber diskutiert, ob die NASA mit den Apollo-Missionen 11 bis 17 erfolgreich Menschen auf den Mond und erfolgreich zurückgebracht hatte.
Dabei spalten sich sogar die Verschwörungstheoretiker in zwei Lager: Während die einen die Missionen gänzlich in Frage stellen, wie der in Deutschland beheimatete Autor Gernot L. Geise, vermuten andere, wie das Autoren-Duo Mary Bennett und David Percy, dass die Missionen zwar stattgefunden haben, der Großteil der Aufnahmen jedoch gestellt und in Studios auf der Erde inszeniert wurde, sei es mangels Original-Bildmaterials, oder weil dort auf dem Mond einfach einige Dinge nicht gezeigt werden durften!
Die Internet-Plattform "Grenzwissenschaft-aktuell.de" hat sich die Mühe gemacht, die wichtigsten Vertreter der Verschwörungstheorie um die Mondlandung um Statements zu den neuen Aufnahmen beten.
In seinem Buch "Lügen im Weltraum - Von der Mondlandung zur Weltherrschaft" legt der deutsche Journalist Gerhard Wisnewski dar, wie "unter dem Deckmantel der zivilen Raumfahrt Militärapparate gemästet und heimlich Waffen stationiert" wurden. In seinem Buch greift er auch die Behauptung auf, dass die Apollo-Mondlandungen so nie stattgefunden haben und die bekannten Bilder manipuliert, gestellt und in irdischen TV- und Filmstudios inszeniert wurden. Die aktuellen erstmaligen NASA-Aufnahmen der zurückgelassenen Landemodule und wissenschaftlichen Instrumente auf dem Mond kommentiert Wisnewski kurz und knapp:
"Die NASA überprüft also die Mondlandung der NASA und kommt zu dem Schluss: Die NASA hat schon immer die Wahrheit gesagt. Der 'Angeklagte' ist also Angeklagter, Ermittler und Richter in einem: Er begibt sich zurück an den eigenen 'Tatort', den sonst niemand überprüfen kann, und stellt fest: Ich habe ja schon immer Recht gehabt und bin deshalb frei zu sprechen! Amen. Wo leben wir eigentlich?"
Eine etwas andere Position zum Apollo-Programm und den dazugehörigen historischen Aufnahmen nehmen indes die britischen Autoren des Bestsellers "Dark Moon - Apollo and The Whistelblowers" Mary Bennett und David Percy ein. Sie erläutern die aktuelle Situation wie folgt:
"Wir bitten darum zu verstehen, dass wir im Gegensatz zu zahlreichen anderen Forschern und Autoren, die das Apollo-Programm kritisieren, nie gesagt haben, dass wir nie zum Mond geflogen sind. Tatsächlich behaupten wir ja sogar, dass wir zum Mond geflogen sind und schreiben dies so auch schon auf der ersten Seite unseres Buche "Dark Moon". Vor diesem Hintergrund stellt die offenkundig auf dem Mond zurückgelassene Hardware (Mondlandemodule und Instrumente) an den Apollo-Landestellen für unsere Darlegungen auch kein wirkliches Problem dar. (...)“
Auf der Internetseite "Aulis.com" nimmt diesbezüglich auch der ehemalige NASA-Mitarbeiter Dietrich von Schmausen Stellung:
"Tatsache ist: Die NASA hat Aufnahmen des LRO von sechs Apollo-Landestellen aus dem Mondorbit veröffentlicht, darunter auch vom Landeort von Apollo 11. Die Fotos zeigen angeblich das rund vier Meter durchmessende Landemodul, die dazugehörigen Schatten und den Fußweg der Astronauten an der Landestelle von Apollo 14. Die dichteste Annäherung an die Mondoberfläche fand aufgrund der derzeitig noch elliptischen Umlaufbahn des LRO um den Mond mit 100 Kilometern über Apollo 16 statt.(...)
Diese Fotos werden von der NASA der Öffentlichkeit gegenüber als Beweise dafür präsentiert, dass die Mondlandungen stattgefunden haben, doch erhebt sie allein dieser Umstand über jeden Zweifel? Sollten wir diese Beweise also akzeptieren, ohne sie zu hinterfragen? (...)
Schlussendlich handelt es sich bei der Fragestellung aber auch um eine Angelegenheit des Rechts auf freie Meinungsäußerung und nicht nur darum, ob die NASA ihr Öffentlichkeitsmaterial bearbeitet oder nicht. Ich behaupte nicht, dass die nun veröffentlichten Bilder manipuliert wurden. Tatsächlich fechte ich nicht an, dass die NASA diese sechs Raumschiffe zum Mond geschickt hat. Allerdings behalte ich mir das Recht vor, in Erwägung zu ziehen, ob diese und andere Fotobeweise der Apollo-Missionen bearbeitet wurden, um damit eine kritische Öffentlichkeit von dem Erfolg derartiger mit öffentlichen Mitteln finanzierter Projekte zu überzeugen."
Zusätzlich zu den Apollo-Modulen konnte die NASA-Mondsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) auf dem Erdtrabanten auch andere Mondfahrzeuge ausmachen, so gelang es Ihnen u.a. auch, die Landeplattform der sowjetischen Robotersonde „Lunar 20“ zu lokalisieren und erstmals abzulichten, die auf dem Mond in den 1970er Jahren 55 Gramm Mondboden entnommen und zurück zur Erde geschickt hatte. Es brechen also schwere Zeiten für die Mondlandungs-Gegner an, doch es ist und bleibt letztendlich weiter rätselhaft, nicht zuletzt wegen dem Umstand, dass weitere bemannte Mondmissionen noch immer oder wieder einmal für unbestimte Zeit auf Eis gelegt wurden, die möglicherweise mehr Klarheit in die Debatte um die Apollo-Mondmissionen bringen würden. So bleibt natürlich auch weiterhin für den Mond-Verschwörungstheoretiker jede Menge Futter, dass entweder 1. Apollo niemals auf dem Mond landete, oder 2. Sie zwar oben waren, aber unter ganz anderen Voraussetzungen und es zudem weitere geheime Mondflugprogramme gegeben hat.
Die Diskussionen gehen also weiter....
Literatur und Quellen:
grenzwissenschaft-aktuell.de
aulis.com
Geise, Gernot L.: Die dunkle Seite von Apollo. Peiting 2002
Geise, Gernot L.: Neue Fragen zu Apollo-Missionen. In Matrix3000, Band 62, April 2011
Wisnewski, Gerhard: Lügen im Weltraum. Von der Mondlandung zur Weltherrschaft. Rottenburg 2010
http://www.clavius.info/bibwisnewski1.htm
Bilder:
400202: Die Hinterlassenschaften von Apollo 11 auf dem Mond | Copyright: NASA
06229: Landestelle von Apollo 14 mit Landemodul (LM Antares, u. r.), einem wissenschaftlichen Instrument (o. l.) und sichtbaren Fußwegen der Astronauten (Mitte) | Copyright: NASA
07090: Die Hinterlassenschaften von Apollo 12 auf dem Mond, rechts unten die Mondsonde Surveyor 3. | Copyright: NASA/GSFC/Arizona State University
07984: Die sowjetische Mondsonde "Lunar 16", nahezu baugleich mit dem Nachfolger "Lunar 20" | Copyright: National Space Science Data Center
07981: "Lunar 20" auf dem Mond. Im Schattenwurf der Detailvergrößerung ist sogar der Roboterarm zur Probeentnahme zu erkennen (r.) | Copyright: NASA/Goddard/Arizona State University